Die besten (kostenlosen) Online-Marketing-Tipps für stationäre Einzelhändler

Teil 1: Mit diesen Marketing-Tipps machen Sie Ihr stationäres Geschäft im Netz bekannt – ganz ohne Marketing-Budget.

In Zeiten des E-Commerce reicht es nicht mehr aus, im eigenen Laden auf die Kunden zu warten. Sie müssen selbst aktiv werden und Ihre Zielgruppe vor allem auch im Internet akquirieren. Stationäre Einzelhändler haben allerdings oft weder die Zeit noch das Geld, um aufwändige Online-Marketingmaßnahmen durchzuführen. Wir haben das Netz durchforstet und die besten kostenlosen Ideen für Sie gesammelt, mit denen Sie Ihr Geschäft fit für jetzt und morgen machen.

1. Erstellen und pflegen Sie Ihren Google MyBusiness-Account

Der vielleicht wichtigste Schritt für ortsansässige Geschäfte sind das Anlegen und die Pflege eines Google MyBusiness-Accounts. Mit ihm machen Sie Ihren Laden im Internet bei Google sichtbar. Kunden, die die Google-Suche nutzen (und das sind über 90 Prozent der Deutschen), können nach dem Eintrag Ihr Geschäft finden – immer und überall. Das ist vor allem für mobile Nutzer sehr attraktiv. Sie können kostenlos mit dem Account Produktfotos, Bilder Ihres Geschäfts oder Porträts von den Mitarbeitern einstellen. Auch ein virtueller Rundgang durch Ihr Geschäft ist möglich. Geben Sie alle relevanten Kontaktdaten und die Öffnungszeiten an und gewinnen Sie mehr Kunden über Berichte und Bewertungen. Mit der Tag-Funktion können Sie sogar sämtliche Marken und Kategorien hinterlegen, die Sie in Ihrem Geschäft anbieten. Nur dann findet Sie ein Nutzer, der beispielsweise nach „Schuhe Kreuzberg“ oder „iPhone Schanzenviertel“ googelt. Sie betreiben so mit wenig Aufwand lokales SEO, also Suchmaschinenoptimierung auf lokaler Ebene.

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Der Eintrag Ihres Geschäfts bei Google MyBusiness ist schnell erledigt und macht Sie bei Google sichtbar. (Screenshot: Google MyBusiness)

Im Grunde ist Google MyBusiness ein besserer Brancheneintrag – gratis und mit wesentlich mehr Möglichkeiten, als es in gedruckten Branchenverzeichnissen je möglich war. Durch den Eintrag erscheint die Information Ihres lokalen Geschäfts in der Google-Suche, auf Google+ und, besonders attraktiv, auf dem Kartenservice Google Maps. Eine entscheidende Rolle spielen auch die Bewertungen Ihrer Kunden. Deren positive oder negative Erfahrungsberichte werden direkt unter Ihrem Namen angezeigt, sind ein wichtiger Hinweis für Interessenten und haben einen direkten Einfluss auf Ihr Ranking in den Suchergebnissen. Sie sollten Ihre Kunden also durchaus anregen, Ihr Geschäft zu bewerten. Mit dem Eintrag wird Ihr bestehender Online-Auftritt um eine öffentliche Präsenz und Identität Ihres Geschäfts auf Google völlig kostenlos ergänzt.

2. Nutzen Sie die Sozialen Netzwerke wie Facebook

Über eine Milliarde Menschen sind täglich auf Facebook aktiv – gerade jüngere Nutzer tummeln sich täglich auf Facebook und Co.
und nutzen das soziale Netzwerk auch, um sich über den Standort und Öffnungszeiten von stationären Geschäften zu informieren. Zusätzlich lesen sie Erfahrungsberichte und schauen auf die Bewertung anderer Nutzer. Ihr Geschäft als Unternehmensprofil bei Facebook anzulegen, ist daher ein absolutes Muss. Es kostet nichts und ist in wenigen Minuten online. Mit Ihrer Facebook-Seite können Sie Ihren Freunden und Fans (also den Menschen, die Ihre Seite geliked haben, weil sie sich für Ihr Geschäft und Ihre Produkte interessieren) nicht nur mitteilen, welche neuen Produkte Sie in Ihr Sortiment aufgenommen haben oder welche Veranstaltungen Sie in Zukunft planen. Sie können auch in direkten Kontakt mit Ihren Kunden treten und Facebook als einfaches Tool verwenden, um für Fragen, Kritik und Anregungen jederzeit ansprechbar zu sein. Das schätzen immer mehr Kunden und nicht selten nutzen sie diesen direkten Kanal zum Händler, um sich zu versichern, ob ein bestimmter Artikel vorrätig ist. Anschließend folgt dann der Besuch im Geschäft.

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So schön, wie hier das „Fotostudio Matthes Trettin“ auf Rügen, sollten Sie sich auf Facebook präsentieren, um Lust auf Ihren Laden zu machen. (Screenshot: Facebook)

Nutzen Sie die kostenlose Möglichkeit, Ihre Kunden mit Aktionen, Neuigkeiten oder persönlichen Informationen auf dem Laufenden zu halten und der Zielgruppe Ihr Geschäft mit informativen oder witzigen Posts (Beiträgen auf Facebook) immer wieder in Erinnerung zu rufen. Wie Sie auf Ihrer Seite kommunizieren möchten, ob Sie Ihre Kunden siezen oder duzen wollen, bleibt ganz alleine Ihnen und Ihrer Philosophie überlassen. Wichtig ist es aber, sich vor dem Start Gedanken zu machen, welche Inhalte Sie wie und wann kommunizieren wollen – je nachdem, wer Ihre Zielgruppe ist. Eine klare Linie ist dabei von Vorteil. Die Definition der Zielgruppe sollte sich im Idealfall in der Gestaltung Ihres Auftrittes (also Fotos, Titelbild, Posts, Alben etc.) widerspiegeln. Möchten Sie vermehrt mit Fotos arbeiten bzw. haben Sie viele visuelle Highlights wie schicke Dekoartikel, Blumen oder Ähnliches im Geschäft, empfiehlt sich zusätzlich ein Auftritt auf Instagram. Diesen sollten Sie dann auch mit Ihrem Facebook-Profil verknüpfen, um Nutzer beider Plattformen „abzuholen“.

3. Tragen Sie Ihr Geschäft auf relevanten Online-Branchen- und Empfehlungsportalen ein

Viele Ihrer Kunden informieren sich bewusst online, bevor sie ein Geschäft aufsuchen. Das kann, wie beschrieben, über die Google-Suche oder soziale Medien, aber auch auf Empfehlungsportalen stattfinden. Die Kunden möchten vor dem Besuch im Geschäft wissen, was andere Kunden über den Service, die Fachkompetenz, die Freundlichkeit und das Angebot sagen.
Falls nicht schon geschehen, sollten Sie Ihren Laden deshalb auf den wichtigsten überregionalen Plattformen wie Yelp und Qiez eintragen und idealerweise direkt bewerten lassen. Auch ein Eintrag auf Portalen wie MeineStadt, GoYellow und den Gelben Seiten sollten Sie in Erwägung ziehen. Dem gegenüber stehen regionale Branchenbücher, wie zum Beispiel Koelnerbranchen.de oder das Berliner-Verzeichnis. Auch auf OpenStreetMap sollten Sie Ihre Geschäftsdaten hinterlegen.

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Ein gut gepflegter Eintrag auf Empfehlungsportalen wie Yelp ist ein Muss und Ihre Visitenkarte im Internet. (Screenshot: Yelp)

Achten Sie dabei darauf, Ihr Ladenprofil so umfangreich und vollständig wie möglich zu halten, um den Kunden die wichtigsten Informationen zugänglich zu machen. Dazu gehören neben korrekten Öffnungszeiten auch aussagekräftige Bilder von außen und innen sowie Ihre Kontaktdaten. Der Szene-Fashion-Store Depot 2 aus Berlin-Kreuzberg (siehe Screenshot rechts) macht es vor. Der gut gepflegte Eintrag auf Yelp mit Bildern und vielen positiven Bewertungen macht direkt einen guten Eindruck beim Kunden.

Egal auf welcher Plattform Sie sich bewegen: Behalten Sie neue Einträge und Bewertungen stets im Auge, um auf ungerechtfertigte Kritik angemessen reagieren zu können. Wenn Sie wissen möchten, wie sichtbar Ihr Geschäft im Internet ist, können Sie das hier testen. Mit dem „Store Lister“ können Sie Ihr Geschäft mit einem Schlag auf allen wichtigen Seiten anzeigen lassen, ohne jede Plattform einzeln pflegen zu müssen. Dazu müssen Ihre Geschäftsdaten einmalig im StoreLister hinterlegt werden. Wählen Sie dann die Verzeichnisse aus, auf denen Sie gelistet werden möchten. So verwalten Sie nur einmal Ihre Daten und sind auf sämtlichen Verzeichnissen zu finden.

Hier über den LocaFox POS StoreLister informieren

4. Laden Sie per E-Mail zu attraktiven Veranstaltungen ein

Ein weiterer wichtiger Schritt: Binden Sie Ihre Stammkunden, indem Sie ihnen das Gefühl geben, etwas ganz Besonderes zu sein. Dies schaffen Sie, indem Sie Ihren liebsten Kunden Angebote oder besondere Artikel bieten, die andere Kunden nicht erhalten. Zum Beispiel können Sie per E-Mail zu einem „VIP-Shopping-Abend“ nach Ladenschluss einladen, um die neue Kollektion vorab zu präsentieren und attraktive Erstkäuferrabatte zu gewähren. Zum Erstellen von hübschen E-Mails können Sie zum Beispiel auf die kostenlosen E-Mail-Templates von CakeMail zurückgreifen. Nutzen Sie die Veranstaltung, um mit Ihren Stammkunden ins Gespräch zu kommen und Ihre Vorlieben kennenzulernen. Dies kann bei der Zusammenstellung Ihres zukünftigen Sortiments helfen.

Im Prinzip reicht es aus, eine schöne E-Mail-Vorlage zu gestalten, einige Flaschen Prosecco zu kaufen und die auserwählten Kunden, Freunde und einige Nachbarn nach Ladenschluss in Ihren hübsch beleuchteten Laden einzuladen. Lassen Sie angenehme Lounge-Musik laufen, und schon haben die Leute das Gefühl, sie wären auf einer Opening-Party – das besondere Ambiente führt zu ausgelassenen Gästen und lockeren Geldbeuteln. Legen Sie also frühzeitig eine Kundendatenbank an, um die wichtigsten Daten wie Name und E-Mail-Adresse zu kennen und die Einkaufsvorlieben mit Namen und Gesichtern in Verbindung zu bringen.

5. Bieten Sie besondere Deals auf Gutschein-Communities und Schnäppchen-Portalen an – und posten Sie Aktionen auf Facebook.

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Auf Gutscheinportalen wie Groupon können sich Einzelhändler in der passenden Kategorie anzeigen lassen und Neukunden mit guten Angeboten in den Laden locken. (Screenshot: Groupon)

Beim Gewähren von Rabatten haben Sie zwei einfache Möglichkeiten: Haben Sie bereits eine gewisse Anzahl an Followern auf einem Ihrer Social-Media-Accounts, posten Sie von Zeit zu Zeit besondere Aktionen, wie zum Beispiel „Samstag, den 01. Juni gibt es bei uns 15 Prozent Rabatt auf alle Hosen!“ oder „Liebe Kunden, in dieser Woche gibt es zwei Lego Star Wars-Artikel zum Preis von einem!“. Dies führt dazu, dass Kunden zu Ihnen kommen, die in nächster Zeit gar nicht vorhatten, in Ihrem Laden vorbeizuschauen. Die Chance auf ein Schnäppchen kann das ändern.

Die zweite Möglichkeit ist, die hohe Nutzerzahl von Gutschein-Portalen zu nutzen. Internetnutzer sind per se Schnäppchensucher und sich der Rabattmöglichkeiten bewusst, die Gutschein-Portale bieten. Gehen Sie dort mit einem Deal online, können Sie sich gesteigerter Aufmerksamkeit gewiss sein. Denn viele Kunden suchen im Internet ganz gezielt nach Begriffen wie „Gutschein“, „Rabatt“ oder „Aktion“ – gepaart mit gewünschten Marken oder Produkten. Bekannte Gutschein-Communities sind zum Beispiel Groupon, DailyDeal, GutscheinPony, MyDealz oder Coupon.de. Hier machen sich die Nutzer gegenseitig auf Rabatte aufmerksam und übernehmen so für Sie die Verbreitung Ihrer Aktion. Der große Vorteil beim sogenannten „Couponing“: Ihr Laden wird auch Menschen bekannt, die sonst nie auf ihn aufmerksam geworden wären. Wichtig zu beachten, bevor Sie sich in eine Gutscheinaktion stürzen: Beschränken Sie den Rabatt oder Vorteilspreis auf hochwertige Artikel und nur auf einen kleinen Teil Ihres Sortiments. Schließlich sollen die Coupons nur als Anreiz für den Erstbesuch und als Einstiegshilfe in Ihr Gesamtsortiment dienen und dazu führen, dass der Kunde zum Kauf anderer Artikel zu regulären Preisen angeregt wird.

6. Fragen Sie Ihre Kunden nach einer Bewertung im Internet

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Selbst kleine Nischenläden wie der Guru-Shop in Berlin können mit guten Bewertungen bei Facebook punkten. (Screenshot: Facebook)

Last but not least: Empfehlungen und Bewertungen im Internet. Sie sind viel wichtiger, als Sie sich vielleicht vorstellen können. Internetnutzer versuchen sich im Angebotsdschungel mithilfe vom sogenannten „Social Proof“ (engl. etwa: soziale Nachweise oder Bewährtheit) zu orientieren. Oft wird nicht die Artikelbeschreibung zuerst gelesen, sondern die darunterstehenden Kundenbewertungen. Eine Fünf-Sterne-Bewertung und einige aussagekräftige Sätze zu Ihrem Geschäft oder dem Produkt können einen enormen Einfluss auf den Kunden haben. Sie können den Ausschlag geben, ob sich ein Kunde nach seiner Online-Recherche auf den Weg in Ihren Laden macht oder in den Ihres Konkurrenten zwei Straßen weiter. Ist das Angebot identisch, spielen „weiche“ Faktoren wie ein tolles Ambiente, kompetente und ehrliche Beratung und – ganz wichtig – der Wohlfühlfaktor die entscheidende Rolle. Denn genau diese Gründe sind es auch, die einen Kunden in Zeiten des E-Commerce dazu bringen, nach wie vor gerne ein Geschäft aufzusuchen.

Seien Sie sich also nicht zu fein, Ihre Kunden direkt nach einer Bewertung auf Facebook, Google oder Yelp zu fragen. Auch Freunde und die Familie sollten Sie mit ins Boot nehmen und Ihr Geschäft bewerten lassen. Als Dankeschön können Sie einen Rabatt beim nächsten Einkauf gewähren. Clever ist es, jedem Kunden eine hübsch gestaltete Visiten- oder Postkarte in die Hand oder die Tüte zu geben. Darauf finden die Kunden alle wichtigen Informationen zu Ihrem Geschäft und alle Online-Portale, auf denen sie vertreten sind. Behalten Sie stets Ihr Profile im Auge, um auf ungerechtfertigte Kritik zu reagieren und diese gegebenenfalls auch löschen zu lassen, wenn sie haltlos sind. Denn: Je länger sich eine negative Bewertung hält, desto mehr Kunden entscheiden sich vielleicht gegen Sie.

Verwalten Sie Ihre Kunden mit der Kundendatenbank des LocaFox POS.

Fazit: Effektives Online-Marketing für stationäre Einzelhändler muss nicht viel kosten

Sie müssen nicht alle hier vorgestellten Marketingmaßnahmen auf einmal angehen. Wichtig ist, dass Sie die für Ihr Geschäft passenden heraussuchen und starten. Wenn Sie Fragen haben, können Sie diese gerne in den Kommentaren stellen. Auch Ihre Erfahrungen mit Online-Marketingmaßnahmen würden uns sehr interessieren. Wir haben in diesem Beitrag bewusst auf die Vorstellung des Werbens auf Google oder Facebook verzichtet, um Ihnen kostenlose oder sehr preiswerte Alternativen aufzuzeigen. Wie auch kleine stationäre Geschäfte mit geringem Budget Anzeigen auf Facebook (FacebookAds) oder Google (AdWords) schalten können, verraten wir Ihnen in Kürze im zweiten Teil dieses Artikels: „Online-Marketing für Einzelhändler auf Facebook und Google“.

Hier geht es zu unserem kostenlosen Whitepaper: So bringen Einzelhändler ihr Geschäft ins Internet.

Letzte Aktualisierung: 05.11.2017


Text: Mirko Berger | Verwendetes Beitragsbild: Canva | Im Text verwendete Screenshots: Google MyBusiness, Yelp, Groupon, Facebook.

Mirko Berger

Mirko Berger ist Online-Redakteur bei LocaFox. Der studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaftler beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Entwicklung im On- und Offline-Handel.

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