GoBD-Umfrage: Mindestens jeder dritte Einzelhändler braucht eine neue Kasse

Am 31.12.2016 endet die Übergangsfrist, welche Händlern die Verwendung einer nicht GoBD-konformen Kasse erlaubt und mindestens ein Drittel der stationären Einzelhändler ist nicht ausreichend oder gar nicht darauf vorbereitet. In einer Umfrage unter 325 Händlern wollten wir wissen, wie viele bereits eine GoBD-konforme Kasse besitzen oder bereits eine bestellt haben. Das Ergebnis der Umfrage: 30 Prozent der Befragten haben noch kein neues Kassensystem, und 15 Prozent wissen nicht, ob ihre derzeitige Kasse den Vorgaben genügt. Einige Branchen sind weiter mit der Digitalisierung als andere. Generell betrachtet ist das Bewusstsein für die neue Kassenrichtlinie aber noch nicht stark ausgeprägt. Dabei bleibt nicht mehr viel Zeit für die Umstellung. Eines ist sicher: Der Markt für Kassensysteme wird in den nächsten Monaten explodieren, und es bestehen noch immer große Informationsdefizite im Markt.

GoBD kommt – und die Uhr tickt für stationäre Einzelhändler

Wir wollten wissen, wie weit stationäre Einzelhändler mit der Digitalisierung ihres Geschäfts fortgeschritten sind und ob sie eine elektronische Registrierkasse verwenden, die den ab 2017 geltenden gesetzlichen Bestimmungen entspricht.

Infografik: Mindestens 30 Prozent der deutschen Einzelhändler müssen ihre Kassen nachrüsten

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Die Grafik zeigt, dass manche Branchen voll im Soll sind, andere haben sich jedoch mit den neuen Auflagen noch kaum beschäftigt. Vor allem Buchhändler sind gut vorbereitet: Knapp 87 Prozent der befragten Buchhandlungen besitzen bereits ein GoBD-konformes Kassensystem. Auch Modehändler (76,7 Prozent), Sport- und Outdoorhändler (75,9 Prozent) und Spielwarengeschäfte (63,3 Prozent) liegen deutlich über dem Durchschnitt aller Befragten. Im Gegensatz dazu besteht bei Möbelhändlern (46,7 Prozent ohne GoBD-Kasse), Juwelieren (62,1 Prozent) und Schuhläden (43,3 Prozent) noch ein starker Bedarf nach einem modernen Point-of-Sale (POS). Offenbar bestehen in manchen Segmenten nach wie vor große Informationsdefizite im Markt, denn das Bewusstsein, auch Online-Kanäle als Ergänzung zum stationären Geschäft zu nutzen, ist viel zu wenig vorhanden.
 
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Dabei ist die Präsenz stationärer Einzelhändler im Netz quasi überlebenswichtig, und der zeitliche Aufwand hält sich selbst für kleinere Händler in Grenzen, wenn ein modernes Kassensystem verwendet wird, mit dem die Waren mit nur wenigen Klicks auf diversen Online-Plattformen verkauft werden können. Eine integrierte Warenwirtschaft synchronisiert die Bestände automatisch, und der Händler muss sich im Prinzip nur um den Versand kümmern. Seine Reichweite und Sichtbarkeit steigt aber enorm.

Hintergrund: Wofür steht GoBD?

locafox pos gobdZwischen 90 und 95 Prozent der stationären Einzelhändler haben bereits elektronische Registrierkassen im Einsatz. Diese Händler müssen bis Ende 2016 ihre Kassen, sofern nicht schon geschehen, mit einer Software updaten, die zunächst die Einzelaufzeichnung von Umsätzen garantiert und im nächsten Schritt auch eine Daten-Unveränderbarkeit sicherstellt. Ist dies nicht möglich, muss sogar eine neue Kasse her. Ein Software-Update ist bei PC-Kassen in der Regel kein Problem.

Bereits seit 2010 sind Händler verpflichtet, mögliche Updates zu installieren und sich über neue Versionen auf dem Laufenden zu halten. Werden die vom Hersteller angebotenen Updates nicht verwendet, kann es bei einer Betriebsprüfung zu Problemen kommen. Ausführliches zur GoBD-Verordnung finden Sie in diesem Artikel.

Fazit: Nicht alle Einzelhändler haben erkannt, was die Stunde geschlagen hat

Unsere Umfrage hat gezeigt, dass in einigen Branchen ein Informationsdefizit in Sachen Einzelaufzeichnungspflicht und Daten-Unveränderbarkeit besteht. Einzelhändler sollten die Chancen sehen, die ein modernes Kassensystem mit sich bringt, anstatt sich vom Staat gegängelt zu fühlen. Denn moderne Kassen erleichtern durch die Digitalisierung der Daten nicht nur dem Fiskus das Leben, auch die Händler selbst profitieren von Features wie der integrierten Warenwirtschaft (WaWi), die die ungeliebte Inventur überflüssig macht. Das bei POS-Systemen installierte WaWi gibt Händlern einen exakten Überblick über die Bestände, Top-Seller und Ladenhüter und macht das Nachbestellen von Produkten kinderleicht. Weitere Features sind das einfache Verkaufen auf Online-Plattformen und die Verbreitung der eigenen Shopdaten auf allen relevanten Info-Portalen.
 
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Text: Mirko Berger | Umfrage: LocaFoxInfografik: Alexis Dainger/LocaFox | Titelbild: LocaFox

Mirko Berger

Mirko Berger ist Online-Redakteur bei LocaFox. Der studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaftler beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Entwicklung im On- und Offline-Handel.

Ein Gedanke zu “GoBD-Umfrage: Mindestens jeder dritte Einzelhändler braucht eine neue Kasse

  1. Neben dem GoBD-Datenexport ist für jeden Kunden, der von einem Steuerberater betreut wird, auch der Datenexport in dessen Rechnungswesen-System von Bedeutung. Zumindest die gängigen Formate (DATEV etc.) sollten hierbei berücksichtigt sein.

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