„Wer nicht wirbt, der stirbt“ – zu Gast bei „Brillen in Berlin“

Berlin ist die Stadt der Optiker – zumindest gefühlt. Mehr als 500 Brillenläden tummeln sich in der Hauptstadt, der Konkurrenzkampf ist brutal. Neben den großen Ketten gibt es einen nicht unerheblichen Anteil an aufopferungsvoll kämpfenden traditionellen Optikern, die den Kampf gegen die Brillen-Discounter und die Konkurrenz aus dem Internet aufgenommen haben. Einer von ihnen ist Kay Clement. Mit seinem Fachgeschäft in der Bötzowstraße in Berlin-Prenzlauer Berg hat er sich längst etabliert – seit mehr als zehn Jahren ist er nun im Geschäft. Wie Kay Clement sich in dem starken Wettbewerb durchsetzt, verriet er uns im Interview.

„Wer nicht wirbt, der stirbt – aber die Beratung ist entscheidend!“

brillen in berlin aussen locafox pos

Herr Clement, um Ihr Geschäft „Brillen in Berlin“ kommt man bei der Suche nach einem Optiker in Berlin kaum herum. Es gehört zu den bekanntesten Brillenfachgeschäften in der Hauptstadt – wie machen Sie das?

Alles begann im Mai 2006: Auslöser war, dass mir mein damaliger Chef zugesagt hatte, mittelfristig sein Geschäft zu übernehmen. Als er es sich anders überlegte, schaute ich mit einer Freundin aktiv nach Räumlichkeiten für einen eigenen Laden. Wir wurden hier im Kiez fündig, der sich schon zum damaligen Zeitpunkt prächtig entwickelte. Viele kleine Geschäfte entstanden und machten Hoffnung, dass sich hier ein beliebter Kiez etabliert. Es ging dann alles ziemlich schnell – wir fanden den geeigneten Standort und nur vier Monate später haben wir eröffnet.

Mehr als zehn Jahre später stehen Sie sehr gut da – sowohl off- als auch online. Sucht man Sie beispielsweise auf Bewertungsportalen wie Yelp, liest man nur Gutes. „Ausgezeichnete und ausdauernde Beratung“, „kompetente Mitarbeiter“, „kulante Zahlungsoptionen“, „kundenorientierter Service“, ja sogar der „gute Kaffee“ wird im Internet gelobt. Ist es so einfach?

Kunden, die zu uns kommen, erwarten einen sehr guten Service und Top-Qualität, ehrliche Beratung und noch ein bisschen mehr: quasi das Rundumsorglospaket. Genau das möchten wir Ihnen auch bieten. Menschen, die möglichst wenig ausgeben wollen, holen sich ein Gestell bei einer der günstigen Ketten. Für unsere Kunden sind wir keine Verkäufer, sondern vielmehr Stilberater, fachlicher Ansprechpartner und Problemlöser in Personalunion. Das funktioniert aber nur, wenn man sich genug Zeit für den Kunden nimmt, um ein Gespür für seinen Geschmack und seiner Persönlichkeit zu bekommen. Es braucht Zeit, um zu verstehen, was man für einen Menschen vor sich hat, was für Wünsche er hat. Nur so kann man die richtigen Gestelle von der Wand nehmen. Letztendlich ist es unser Ziel, dass unsere Kunden mit dem Gefühl aus dem Laden gehen, dass man ihnen geholfen hat.

Konsumenten wünschen sich genau das, wenn sie ein stationäres Geschäft aufsuchen: Zeit und Nähe. Das unterscheidet das Einkaufserlebnis von dem im Internet und auch von dem der großen Ketten, die eben oftmals „nur“ Verkäufer beschäftigen. Ihr Geschäft hat sich etabliert und ist heute weit über die Grenzen Berlins ein Begriff. Sind Sie ein „Kundenflüsterer“, der genau weiß, wie die Kunden ticken und was sie wollen?

Ganz so einfach ist es leider nicht. Früher konnte man noch die Uhr danach stellen, zu welchen Stoßzeiten am meisten los ist. Das ist schon lange nicht mehr so. Es muss nicht mehr immer der Samstag sein, der der verkaufsstärkste Tag in der Woche ist – es kann auch ein Montag sein und wie erst neulich, ein Donnerstag. Das liegt auch daran, dass wir nicht nur Kunden aus dem Kiez haben, sondern aus ganz Berlin, dem Umland und sogar aus dem Ausland. Wir sind mit unseren Schwerpunkten Kinderbrillen und Kontaktlinsen auf verschiedenen Webseiten präsent und damit auch überregional ein Begriff. Somit führen viele Wege in diesen Laden, und plötzlich ist dann jede Menge los im Geschäft und wir haben alle Hände voll zu tun.

interview brillen in berlin locafox pos

Können Sie das immer auffangen?

Neben mir gibt es noch drei Meisterinnen, die natürlich selten alle zeitgleich im Laden stehen. Haben wir dann mal unerwartet viele Kunden auf einmal, müssen wir uns bestmöglich organisieren, um jedem einzelnen auch die Beratung zu gewährleisten, die er erwartet. Stammkunden kommen dann einfach am nächsten oder übernächsten Tag wieder.

Der Kiez ist Ihnen wichtig. So wichtig, dass Sie sich auch finanziell engagieren.

Ja, soziales Engagement ist uns sehr wichtig. Daher unterstützen wir Projekte in Prenzlauer Berg und Pankow, die vornehmlich Kindern und Jugendlichen zugutekommen: Zuschüsse für Schulmodernisierungen, für das Kindertheater oder für Kitas. Wir leben in diesem Kiez und von den Menschen, die hier leben. Daher ist es für uns nur selbstverständlich, dass wir dem Kiez auch etwas zurückgeben.

Der Kiez lebt. Rundherum gibt es viele kleine Geschäfte, die dem Trend zum reinen Online-Shopping trotzen und auf ein Ladenlokal nicht verzichten wollen. Wie ist der Umgang untereinander?

Es ist im Grunde wie im Dorf: jeder kennt jeden. Wir tauschen uns unterteinander regelmäßig aus; so weiß man dann auch: Wenn bei uns wenig los ist, ist auch meist bei allen anderen wenig los. Im Grunde teilen wir uns alle dasselbe Klientel. Wobei wir auch viele internationale Kunden haben, die in Berlin leben. Spanier, Franzosen, englischsprachiges Publikum. Sogar Kunden aus Island kommen zu uns, da Flugticket und Brille zusammen günstiger sind, als in der Heimat. Dazu kommen Kunden aus Dänemark, die in der Heimat die Vielfalt an Kinderbrillen vermissen. Berlin-Trip mit Brillenkauf – diesen Fall gibt es tatsächlich häufiger, als man denkt.

Googelt man nach Brillen im Netz, kommt man nicht an Ihnen vorbei – selbst im Ausland. Sie werben auf Google sogar in verschiedenen Sprachen. Außerdem betreiben Sie eine Vielzahl von Webseiten, wie zum Beispiel www.kinderbrillen-in-berlin.de oder www.kontaktlinsen-in-berlin.de. Sogar in den klassischen Printmedien findet man Ihre Anzeigen. Hat die Vielfalt an Werbekanälen System oder ist das nur der Versuch, möglichst viele Menschen abzuholen?

brillen in berlin interview locafox posUnser Werbebudget ist hoch, aber hat System: Um die AdWords auf Google kommen wir nicht herum, dafür ist die Konkurrenz in Berlin zu stark. Printwerbung machen wir vor allem in den Berliner Hauptblättern „Berliner Zeitung“ und „Tagesspiegel“, aber z. B. auch im Familienmagazin „Himbeer“ und dem Kiezblatt „Prenzlberger Ansichten“. Dazu kommt Facebook. Zusätzlich betreiben wir verschiedene Webseiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten. So wird der User, der nach Kinderbrillen in Berlin sucht, genauso abgeholt wie jemand, der auf der Suche nach guten Kontaktlinsen ist. Die Präsenz auf verschiedenen Kanälen erzeugt ein Grundrauschen, ohne dass man heute nicht mehr bestehen könnte – vor allem in dem starken Wettbewerb, den wir in Berlin haben. Neben Brillenfachgeschäften und Optikern gilt es vor allem, gegen die großen Ketten zu bestehen. Das geht nicht ohne Werbung. Das berühmte Zitat „Wer nicht wirbt, der stirbt“ kann ich nur unterschreiben.

Nicht viele Einzelhändler erkennen, dass es heutzutage nicht mehr reicht, im Ladengeschäft auf Kundschaft zu warten – ganz egal, wie gut das Konzept auch sein mag. Ohne Werbung geht gar nichts. Mit welchen Herausforderungen haben Sie noch zu kämpfen?

Die Brillenmodelle, die wir aussuchen, müssen wir auch fast ausnahmslos bezahlen. Eine spätere Rückgabe an die Hersteller und Marken ist nur selten möglich. Das heißt: Jeder Griff muss sitzen! Das hat viel mit Gespür und Geschmack zu tun, natürlich auch mit Erfahrung. Ladenhüter preislich zu reduzieren, funktioniert bei uns auch nicht, da wir kaum Schnäppchenjäger als Kunden haben. Brillenträger, die möglichst wenig ausgeben möchten, gehen gleich zu den großen Filialisten – ob sie da nun Qualität bekommen oder nicht. Im Gegensatz zu den großen Ketten sind wir ein echter Handwerksbetrieb mit integrierter Werkstatt. Das bedeutet, dass wir hier vor Ort so gut wie alles realisieren können und Kunden oft noch am selben Tag mit einer reparierten Brille nach Hause gehen können.

Viel Zeit für die Kunden zu haben, ist Ihr Anspruch und gelebtes Credo. Da sollte sich die Zeit, die man mit dem Kassieren verbringt, möglichst schmal halten. Ihr Kassensystem ist das LocaFox POS. Wie und wann kam es dazu?

Im Zuge der Gesetzesänderungen Anfang dieses Jahres haben wir uns auf die Suche nach einem modernen Kassen- und Warenwirtschaftssystem gemacht. Während meiner Recherche im Internet bin ich auf aufgrund des Preis-Leistungs-Verhältnisses auf LocaFox gestoßen. Da ein Kassensystem aber eine entscheidende Komponente in einem Ladengeschäft ist und eine wichtige Entscheidung für die nächsten acht bis zehn Jahre darstellt, wollte ich es ganz genau wissen und habe mir das Produkt direkt bei LocaFox angeschaut und zeigen lassen. Das einfache Handling und die Funktionsvielfalt haben mich dann restlos überzeugt. Ich bin nicht computeraffin, ich bin User – aber mehr auch nicht. Deshalb war es wichtig für mich, vor Ort zu sehen, dass alles tatsächlich so einfach ist, wie mir versprochen wurde. Da 90 Prozent aller Käufe per Karte abgewickelt werden, war mir auch die Schnittstelle zu einem Kartenlesegerät sehr wichtig. All diese Anforderungen konnte das POS von LocaFox erfüllen.

Sie klingen sehr zufrieden. Gab es noch nie Probleme?

Am Anfang war ich noch nicht so in der Handhabung drin und die ein oder andere Frage kommt natürlich immer auf. In solchen Fällen hab ich einfach die Nummer vom Support gewählt und mir wurde innerhalb kürzester Zeit geholfen. Ausfälle oder ähnliches hatte ich aber noch nie.

Herr Clement, herzlichen Dank für die spannenden Antworten und den hervorragenden Kaffee!

 

Hier mehr über Kay Clements Lieblingskasse erfahren!

Apropos Werbung: Coole Werbeideen zum einfachen Nachmachen gibt es in unserer Reihe #werbungzumnachmachen, z. B. hier und hier.


Kontakt

logo brillen in berlin locafox pos interviewBRILLEN IN BERLIN
Augenoptik im Bötzowviertel

Bötzowstraße. 27 | 10407 Berlin-Prenzlauer Berg

Tel.: (030) 49 780 321

Website: www.augenoptik-in-berlin.de

E-Mail: kontakt@brillen-in-berlin.de

Facebook: https://www.facebook.com/brilleninberlin/

Öffnungszeiten: Montags bis Freitags 10–20 Uhr, Samstags 10–16 Uhr

 


Interview & Text: Mirko Berger | Verwendetes Beitragsbild: Thilo Grösch – LocaFox (c), Fotos im Text: Brillen in Berlin GmbH, LocaFox (c)

Mirko Berger

Mirko Berger ist Online-Redakteur bei LocaFox. Der studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaftler beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Entwicklung im On- und Offline-Handel.

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