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Saugroboter erobern den Markt: Was bringen die kleinen Haushaltshelfer?

Eigenständig suchen sie sich surrend ihren Weg durch die Wohnung, saugen fleißig Krümel und Staub auf und kehren nach getaner Arbeit wieder brav zur Ladestation zurück: Saugroboter sollen uns das lästige Staubsaugen in der Wohnung abnehmen – doch wie gut sind die kleinen Haushaltshelfer wirklich? Wir haben uns die elektrischen Putzhelfer mal genauer angesehen und verraten euch, was sie können und was nicht. Die ganz großen Hoffnungen wollen wir euch gleich zu Beginn nehmen, denn noch können selbst die besten Roboter das Saugen per Hand nicht gleichwertig ersetzen.

Auf den ersten Blick sehen sich alle elektrischen Putzhelfer ähnlich: Sie sind klein, flach, ganz rund oder halbrund mit einer eckigen Seite. Was die inneren Werte betrifft, gibt es aber große Unterschiede.

Blick ins Innere der Saugroboter: Die Technik

Der größte Unterschied liegt in der Bewegung der Staubsaug-Roboter. Während sich manche nach dem Zufallsprinzip durchs Zimmer bewegen, drehen andere systematisch ihre Runden. Einige können sogar per Fernbedienung gesteuert werden. Die Geräte, die nach dem Zufallsprinzip vorgehen, bewegen sich per Kontakt- und Ultraschallsensoren kreuz und quer durch den Raum, bis sie ihr Werk vollendet haben. Systematisch vorgehende Roboter orientieren sich zusätzlich mit einer Kamera oder Lasertechnologie, mit der sie regelmäßig die Zimmerdecke scannen und sich so eine Art Raumplan erstellen. Andere verwenden die 360-Grad-Lasernavigation, um sich zurechtzufinden.

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Die Bilder zeigen die Vorgehensweise der zwei Bewegungsprinzipien. (Bild: Stiftung Warentest)

Die Bilder der Stiftung Warentest zeigen, dass die systematisch vorgehenden Roboter wirtschaftlicher arbeiten, da sie nicht so oft schon bearbeiteten Boden überqueren. Das spart Strom. Hindernisse sind für die meisten Saugroboter kein Problem: Steht etwas im Weg, drehen sie sich anstandslos um und suchen sich einen anderen Weg.

Saugroboter: Minuspunkte bei der Leistung

So praktisch die kleinen Haushaltshelfer auch sind, so schwachbrüstig ist ihre Leistung. In einem Test der Stiftung Warentest Anfang 2015 erfüllte kein Kandidat die hohen Erwartungen der Prüfer. Wären die Tester nicht von ihren vorher festgelegten Maßstäben abgewichen, hätte auch der beste Roboter schlecht abgeschnitten. Im Vergleich mit herkömmlichen Bodenstaubsaugern haben sie keine Chance, weshalb eine neue Produktgruppe für sie geschaffen wurde. Die meisten Saugroboter liefern nur oberflächlich überzeugende Ergebnisse. Der Boden wirkt auf den ersten Blick sauber, bei genauerer Betrachtung findet sich aber noch Schmutz im Teppich. Die Beschaffenheit des Untergrunds spielt dabei natürlich auch eine Rolle.

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Im Vergleich mit guten Bodenstaubsaugern zeigt sich die Schwäche der Saugroboter. (Grafik: Stiftung Warentest)

Man sollte also keine Wunderdinge von der Technik erwarten, die noch immer in den Kinderschuhen steckt. Dass auch in den Ecken des Zimmers keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielt werden, liegt an der runden Bauweise. Roboter mit halbrunden Körpern sind da schon deutlich effektiver. Einen echten Allrounder, der auf allen Böden gleichermaßen starke Leistungen zeigt, hat der Markt bisher nicht hervorgebracht. Noch hat jedes Gerät mindestens einen Untergrund, mit dem es nicht gut zurechtkommt. Die Prüfer von Stiftung Warentest verteilten jedoch an zwei Testgeräte die Gesamtnote „gut“: an den Testsieger, den Vorwerk Kobold VR200 (siehe Titelbild), und an den iRobot Roomba 880. Alle anderen Roboter wurden nur mit „befriedigend“ oder schlechter bewertet.

Der Preis Für Saugroboter

Gute Saugroboter sind teuer. Sie kosten leicht das Fünffache eines guten Bodenstaubsaugers, nehmen aber nur einen Bruchteil des Staubs auf. Geräte unter 200 Euro wirken auf den ersten Blick wie Schnäppchen, liefern aber im Vergleich zu hochpreisigen Modellen kaum ausreichende Leistung. Wer ein brauchbares Modell sein Eigen nennen möchte, muss tief in die Tasche greifen, so das Fazit der Stiftung Warentest. Ein „befriedigendes“ Produkt erhält man erst ab rund 500 Euro. Ob man sich das leisten möchte, muss jeder selbst entscheiden. Wahre Putzmuffel sind sicher bereit, etwas mehr Geld auf den Tisch zu legen, um das lästige Staubsaugen zumindest seltener selbst durchführen zu müssen.

Unser Fazit: Was Saugroboter können und was nicht

Im Test der Stiftung Warentest hatte der Großteil der elektrischen Putzkolonne Schwierigkeiten, den (hohen) Anforderungen gerecht zu werden. Wenn man die kleinen Roboter aber dort einsetzt, wo ihre Stärken liegen, können sie dennoch gute Dienste leisten. Schwere Teppiche sind nicht ihr Ding, auf glatten Böden wie Parkett, Laminat, Fliesen oder kurzflorigen Teppichen sind sie aber durchaus zu gebrauchen.

Sie eignen sich eher für die tägliche (Oberflächen-)Reinigung; das gründlich Putzen muss weiterhin per Hand erledigt werden. Damit die kleinen Helfer optimale Leistungen erzielen können, ist es hilfreich, die Wohnung ein Stück weit an den Roboter anzupassen. Wie das aussehen kann, muss jeder für sich herausfinden. Es gelingt aber wohl am ehesten, wenn man den kleinen Putzteufel wie ein Kind in der ersten Zeit genau beobachtet.

Saugroboter: Kaufen oder nicht?

Wer sich gar nicht sicher ist, sollte sich zunächst einen Saugroboter ausleihen. Das geht zum Beispiel bei Vorwerk. Einen normalen Staubsauger können die Saugroboter noch nicht ersetzen, da sie nicht die Saugleistung eines Standardmodells haben und die Teppichkanten nicht anheben können, um auch hier einmal den Übergang zu saugen. Dennoch lohnen sich die elektrischen Putzhelfer besonders für den Alltag, zum Beispiel von Haustierbesitzern und Menschen, die beruflich stark eingespannt sind. Ein Saugroboter, der täglich seine Meter fährt, sorgt dafür, dass sich Staub gar nicht erst tief festsetzt.

Halbwegs brauchbare Saugroboter beginnen ab einer Preisklasse von etwa 350 Euro. Gute Geräte kosten ab 500 Euro aufwärts. Dabei empfehlen wir Markengeräte, zum Beispiel von iRobot, LG, Miele, Neato, Samsung oder Vorwerk. Grundsätzlich ist die Entscheidung für oder gegen einen Saugroboter eine sehr persönliche und hängt von der eigenen Einstellung zum Staubsaugen, der Beschaffenheit des Wohnraums und den Ansprüchen an das Gerät ab. Übrigens: Saugroboter mit Wischfunktion gibt es auch, sie sind aber noch nicht konkurrenzfähig.

Wie sind eure Erfahrungen mit den kleinen elektrischen Putzhilfen? Mittlerweile gibt es übrigens auch Roboter für den Garten, die den Rasen mähen.  Wir freuen uns auf eure Kommentare zu dem Thema! Wenn ihr nach einem klassischen Bodenstaubsauger sucht, erklären wir euch in diesem neuen Beitrag, ob für euch ein Modell mit oder ohne Beutel das richtige ist.

Im Video zeigt der iRobot Roomba 880, was er drauf hat:

 

Das Wichtigste im Überblick:

  • Erst leihen, dann kaufen: Leiht einen Saugroboter vor dem Kauf aus. So könnt ihr testen, wie er sich in eurer Wohnung zurechtfindet oder auch Haustiere auf ihn reagieren. Manche Hunde und Katzen können die kleinen Roboter überhaupt nicht leiden.
  • Freie Fahrt: Je freier der Saugroboter fahren kann, desto besser ist das Ergebnis. Deshalb ist vor dem Einsatz erst einmal aufräumen angesagt. Alles, was auf dem Boden liegt, muss weg! Wichtig ist auch, dass der „Robi“ ungehindert zur Ladestation zurückkehren kann.
  • Augen auf: Habt ein Auge auf euren kleinen Helfer. Besonders bei den ersten Malen empfiehlt es sich, den Saugroboter genau zu beobachten, um Problemstellen zu erkennen und zu beseitigen. Manche Hersteller weisen in der Bedienungsanleitung ausdrücklich darauf hin, den Putzroboter nie unbeaufsichtigt zu lassen. Denn es kann passieren, dass er sich festfährt, bis der Akku leer ist.
  • Reinigen nicht vergessen: Leert den Staubbehälter am besten nach jedem Einsatz aus. Auch die Bürsten, Sensoren und Filter sollten regelmäßig gereinigt werden.
  • Grenzen setzen: Begrenzt das Einsatzgebiet des Roboters auf eine sinnvolle Größe oder zunächst auf nur einen Raum, damit er ein gutes Ergebnis erzielen kann. Manche Hersteller liefern Grenzzieher mit, magnetische Bänder, die der Roboter nicht überquert.

 

Text: Mirko Berger (c) | Verwendetes Beitragsbild: Vorwerk (c) | Im Text verwendete Grafiken und Bilder: Stiftung Warentest (c) | Video: MacManiacs/YouTube

Letzte Aktualisierung: 30.03.2016

Mirko

Mirko ist zwar kein Kind des Internets, fühlt sich aber in den Weiten des WWW wie zu Hause. Er betreut unter anderem das Locafox-Magazin und beschäftigt sich am liebsten mit den Themen Multi- und Social Media.

12 Gedanken zu “Saugroboter erobern den Markt: Was bringen die kleinen Haushaltshelfer?

  1. Tobias schreibt:

    Hi Mirko,
    danke für deinen Artikel. Ich bin da deiner Meinung. Die Saugrobotor vereinfachen den „Putz-Alltag“ erheblich können die Reinigung aber nicht zu 100% übernehmen. Holt man sich noch zusätzlich einen Wischrobotor kann man sich aber trotzdem viel Arbeit sparen.
    VG Tobias

    • Mirko Berger schreibt:

      Hey Tobias,
      vielen Dank für dein Feedback! Wir geben uns bei der Recherche der Artikel stets große Mühe und freuen uns immer über nette Worte. Ein Kollege aus der Redaktion hat übrigens auch sowohl einen Saug- als auch einen Wischroboter zuhause und ist mit dieser Kombo sehr zufrieden.
      Viele Grüße,
      Mirko.

  2. Felix schreibt:

    Sehr gute und sachliche Kritik! Persönlich finde ich den Hype um Saugroboter sehr gut. Die Technik steckt meiner Meinung nach ja immer noch in den Kinderschuhen – und ich glaube, dass sich deshalb in den nächsten Jahren in Sachen Reinigungsleistung noch einiges tut. Im direkten Vergleich hat jeder Saugroboter keine Chance gegenüber einem normalen Sauger. Wenn man den Roboter aber jeden Tag saugen lässt merkt man schon einen deutlichen Unterschied. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass bei stärkerer Verschmutzung der Roboter „relativ“ schlecht ist. Durch die Regelmäßigkeit nimmt er aber mit jedem Durchgang immer wieder „älteren“ Schmutz mit auf, sodass der Boden nach ein paar Tagen recht sauber ist. Natürlich auch nicht so sauber, wie wenn man jeden Tag mit dem Handstaubsauger durchgeht. Es reicht nicht aus, wenn man den Roboter 1-2 Mal pro Woche startet – zumindest nicht auf Teppichboden.

    • Mirko schreibt:

      Hi Felix, vielen Dank für dein nettes Feedback! Wir denken auch, dass die Technik in diesem Jahr weitere Fortschritte machen wird und die Saugroboter in naher Zukunft zu einer echten Haushaltshilfe avancieren werden. Wir bleiben am Ball und werden kommende Neuerungen definitiv vorstellen.

  3. Lisa schreibt:

    Sehr schöner Bericht! Momentan haben Saugroboter noch einige Schwächen und sind nicht für jedes Haus geeignet. Da die Technologie immer besser wird und die Preise schon seit Jahren sinken, könnte ich mir aber gut vorstellen, dass die normale Staubsauger irgendwann größtenteils ersetzen werden. Ich persönlich bin zumindest sehr begeistert von meinen Saugrobotern und sauge fast garnicht mehr selbst.

  4. Peter schreibt:

    Hallo,

    ich kann dem nur zustimmen. Ein Saugroboter kann und wird wohl nicht die vollständige Arbeit abnehmen. Dennoch erspart er einen einiges an Zeit, da man seltener zum Staubsauger greifen muss. Dennoch bleibt einem der Griff leider nicht vollständig erspart.

    Gruß

  5. aleks schreibt:

    Hi Mirko!
    Ich finde deinen Artikel sehr interessant und bin bei vielen Punkten mit dir einig.
    Ich selbst besitze den Roomba 871 von iRobot und bin völlig zufrieden mit ihm, jeden Tag um 10 Uhr morgens geht der Roomba an und saugt das Wohnzimmer. Er braucht nicht immer gleich lang, doch meistens sind es so 1h bis 1.5h. Meistens bin ich um 10 Uhr aber nicht zu Hause, so dass mich das dann auch nicht wirklich interessiert, wie lange er benötigt. Wenn ich mal aber an Tagen da bin, wo er saugt, dann kommt es schon vor, dass ich ihn ab und zu bei seiner Arbeit beobachte. Es sieht ziemlich witzig aus, wie er nach dem Zufallsprinzip die Wohnung saugt. Nach der Arbeit geht er dann einfach an seine Ladestation zurück und lädt sich von allein auf. Ich finde ihn klasse, doch man kommt halt nicht immer davon, trotzdem noch einmal in der Woche, die Wohnung alleine zu saugen. Er kommt zwar dank seiner Seitenbürste in die Ecken, jedoch kommt es manchmal vor, dass er es nicht schafft, den ganzen Staub aus den Ecken zu nehmen.
    Doch wenn man in den Urlaub geht, dann ist er ziemlich praktisch, vor allem, wenn man für mehrere Wochen weggeht, dann ist es schon ziemlich praktisch, wenn da noch so ein kleiner Roboter ist, der einem jeden Tag den Boden wischt.

    Und hattest du schon Erfahrungen mit dem Roomba 871? Wenn ja wie war es?

    Viele Grüsse!
    Aleks

    • Mirko schreibt:

      Hi Aleks,

      vielen Dank für dein Lob. 🙂 Speziell mit dem Roomba 871 habe ich noch keine Erfahrungen gemacht, aber die Bewertungen auf den einschlägigen Portalen sprechen für sich. Freut mich sehr, dass du mit deinem Saugroboter zufrieden bist. Schreib mir gerne mal ein Update, wenn du neue Erfahrungen gemacht hast.

      Liebe Grüße
      Mirko.

  6. Torben Wiesner schreibt:

    Dass Staubsaugerroboter keine hohe Saugkraft aufweisen, ist meiner Meinung nach nicht so dramatisch. Das hat ja auch Vorteile: Es wird kein Staub aufgewirbelt und auf den Schränken verteilt.

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