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Kaputtes Smartphone-Display: Austauschen oder neues Handy kaufen?

Das Smartphone ist unser ständiger Begleiter, und es passiert nicht selten, dass es uns aus der Hand gleitet und mit einem gemeinen Knall auf dem Boden aufschlägt. Da echte Ästheten niemals eine schützende Hülle verwenden würden, kommt es beim Sturz zu hässlichen Rissen am Display, dem anfälligsten Teil des Smartphones. Jetzt ist guter Rat teuer, denn Displaybruch fällt wie auch Wasserschäden unter die Rubrik „Selbst schuld“ und ist in der Regel nicht Bestandteil der zweijährigen Garantie der Hersteller. Welche Möglichkeiten es gibt, verraten wir in diesem Beitrag.

 

Smartphone-Display kaputt? Jetzt geht das rechnen los

Eins vorweg: Die Voraussetzungen für die folgenden Überlegungen sind, dass das Smartphone sonst keine Schäden oder Macken aufweist und der Touchscreen nach wie vor gut zu bedienen ist.

Grundsätzlich hast du bei einem Schaden am Display drei Möglichkeiten. Die erste: Du lebst mit dem Makel und erklärst deinen Freunden den gesprungenen Bildschirm als Resultat einer trendigen „Spider-App“, wenn der Touchscreen noch funktionstüchtig ist. Die zweite: Du tauschst das Display aus bzw. lässt es austauschen. Oder drittens: Ein neues Handy muss her!

 

gesichtsausdrücke beim display-bruch

Die vier Gesichtsausdrücke, wenn dir dein Smartphone herunterfällt und du feststellst, dass dabei das Display gebrochen ist (v.l.n.r.): 1. Oh, no!!! – 2. Bitte nicht! – 3. Arrrrgh! – 4. Wuuuaaaaaa! (Fotos: Canva)

 

1. Wie sehr hängst du an deinem Smartphone?

Sollte dein Smartphone gleichzeitig dein bester Freund sein, weil ihr gemeinsam durch dick und dünn gegangen seid, fällt eine Trennung sehr schwer. Wenn dein mobiles Telefon dein absolutes Lieblingsstück und mit wundervollen Erinnerungen verknüpft ist, dann – und zwar nur dann – ist die Entscheidung für eine Reparatur unumgänglich. Es bleibt nun nur noch zu klären, wer das Display repariert: du oder ein Fachmann? Damit kannst du direkt zu Punkt 4 springen.

 

150 bis 200 Euro muss man derzeit zahlen, wenn man sein Smartphone-Display reparieren lassen möchte.

 

2. Was hat dein kaputtes Handy ursprünglich gekostet?

Die Antwort auf diese Frage soll dir verdeutlichen, in welcher Relation eine Reparatur zum einstigen Kaufpreis steht. Denn: Je größer die Differenz zwischen Kauf- und Reparaturpreis, desto mehr lohnt sich die Investition in ein neues Display oder auch jede andere Auffrischung deines Smartphones. Die Preise für Displayreparaturen für Top-Geräte wie dem iPhone 7 oder dem Samsung Galaxy S7 bewegen sich bei Online-Anbietern wie fixxoo oder handyreparatur123 zwischen 150 und 200 Euro. Das ist nur der Grundpreis, Extras wie eine Datensicherung oder eine Express-Reparatur kommen noch hinzu. Eine Reparatur des Displays lohnt sich also hauptsächlich bei den Top-Modellen der Hersteller, die einen Neupreis von 400 Euro überschreiten.

3. Wie alt ist dein Smartphone?

Wenn dein kaputtes Handy zwei Jahre oder älter ist, solltest du in Erwägung ziehen, ein Neugerät zu kaufen. Die großen Hersteller bringen jedes Jahr eine verbesserte Version ihrer Produktreihe auf den Markt. Gleichzeitig fallen die Preise für die Vorgängermodelle, die dann teilweise zu einem echten Schnäppchen werden. Dein aktuelles (kaputtes) Handy würdest du also zum jetzigen Zeitpunkt wesentlich günstiger bekommen als zum Zeitpunkt der Erstanschaffung. Es wäre auch der richtige Moment darüber nachzudenken, ob du mit deinem aktuellen Gerät überhaupt rundum zufrieden warst. Ist dies nicht der Fall, bietet sich nun die Chance, ein neues Modell oder auch auch einen anderen Hersteller zu testen.

4. Bist du handwerklich begabt?

> Ja, der Lötkolben war schon immer mein Lieblingsspielzeug!

In diesem Fall solltest du zumindest in Erwägung ziehen, das Display selbst auszutauschen. Auf dem Videoportal YouTube gibt es Unmengen von Bastelanleitungen für hunderte Modelle und unterschiedliche Reparaturen. Bei ifixit findest du zudem Schritt-für-Schritt-Anleitungen für nahezu alle technischen Geräte. Bist du handwerklich begabt und verfügst über einen Satz kleine Schraubendreher, gutes Licht, aber vor allem die nötige Zeit und Ruhe, ist eine Reparatur in Eigenregie durchaus eine Option. Die passenden Bauteile gibt es zum Beispiel bei eBay. Aber auch etliche Seiten bieten Ersatzteile an. Hier solltest du allerdings peinlich genau darauf achten, dass es sich um Originalteile handelt, ansonsten gefährdest du eine erfolgreiche Reparatur schon zu Beginn.

Im Internet kann man zudem speziell auf das Smartphone-Modell ausgelegte Reparatur-Sets bestellen. Die aufgerufenen Preise für solche Sets sind happig und garantieren keineswegs, dass die Reparatur von Erfolg gekrönt ist. Das Öffnen des Smartphones sowie das Lösen aller Schrauben und Kabel ist eine echte Fummelarbeit und wirklich nur zu empfehlen, wenn an dir ein passionierter Uhrenmacher verloren gegangen ist. Eine Empfehlung für eine Do-It-Yourself-Reparatur wollen wir hier nicht aussprechen, denn es besteht die Gefahr, das Gerät irreparabel zu beschädigen. Die Eigeninitiative bedeutet zudem den Verlust der Garantie und Gewährleistung. Am besten schaust du dir zunächst ein Anleitungsvideo an und entscheidest dann, ob du dir die Bastelei wirklich zutraust. Dieses Beispiel mit einem iPhone 6 schrecht manchen Hobbybastler eher ab.

iphone 6 teardown parts offen

Selbst Hand anlegen – oder lieber nicht? Die Komplexität eines modernen Smartphones (hier ein iPhone 6) kann Hobbybastlern den Schweiß auf die Stirn treiben. Foto: Walter Galan, Lizenz: CC BY-NC-SA 3.0

 

> Nein, ich habe zwei linke Hände – basteln war noch nie mein Ding!

In diesem Fall möchten wir dringend davon abraten, die Reparatur selbst vorzunehmen! Selbst mit Originalersatzteilen und Videoanleitung ist das Austauschen eines Smartphone-Displays kein Kinderspiel. Schnell macht man mehr kaputt, als man eigentlich fixen wollte. Zudem gibt es in jeder größeren Stadt kompetente Handy-Doktoren, und auch im Internet findet sich eine Hand voll seriöse Unternehmen, die sich die professionelle Reparatur verständlicherweise gut bezahlen lassen. Auch hier heißt es: „Achtung bei Schnäppchen!“ Sollten Preise aufgerufen werden, die deutlich unter dem Durchschnitt liegen, werden entweder minderwertige Teile verbaut oder der Handy-Doc ist neu im Geschäft. Denn die gewissenhafte Reparatur mit Originalteilen hat ihren Preis.

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Doch eine zufriedenstellende Abwicklung ist selbst bei den großen Herstellern (und den von ihnen betrauten Servicepartnern) nicht garantiert, geschweige denn bei den Online-Dienstleistern. Die Stiftung Warentest wollte es genau wissen und testete den Reparaturservice der Hersteller Apple, HTC, Huawei, LG, Samsung und Sony sowie von drei Online-Anbietern – jeder Händler erhielt drei defekte Geräte (siehe test, Ausgabe 04/2015). Das traurige Ergebnis: Nur Apple und Huawei beseitigten die Schäden einwandfrei, allerdings dauerte es bei Huawei über einen Monat, bis die Geräte zurückkamen. Ein Online-Anbieter reparierte das Smartphone zwar preiswert, aber mit einem Display, das kein Original war. Leider sind das alles keine besonders guten Nachrichten für diejenigen, die ihr Handy in vertrauensvolle Hände geben möchten.

 

Smartphone-Displayreparatur nur selten viel billiger als Smartphone-Neukauf

 

 

5. Fazit: Smartphone-Neukauf lohnt sich häufig

Die Entscheidung für oder gegen eine Reparatur ist eine emotionale und rationale zugleich. Hängst du an deinem alten Smartphone und hast vor nicht allzu langer Zeit viel Geld dafür bezahlt, solltest du dich an den Hersteller oder einen seriösen Handy-Doktor wenden. Doch wie oben beschrieben, arbeiten selbst renommierte Firmen unzuverlässig, und die Abwicklung kann unter Umständen Wochen dauern – teilweise mit unbekanntem Ausgang.

Wer sich den ganzen Stress sparen möchte, sollte über ein neues Telefon nachdenken. So kann das kaputte Display als Initialzündung für den Erwerb des schon lange begehrten Nachfolgemodells sein oder die Gelegenheit, auf eine andere Marke umzusteigen. Denn wirtschaftlich sind die meisten Reparaturen nicht. Die Stiftung Warentest setzte die Reparaturkosten mit dem Neukauf des gleichen Smartphone-Modells zum Zeitpunkt des Schadens ins Verhältnis. In einem Fall war die Reparatur nur 20 Euro günstiger als das Neugerät. Am meisten lohnt sich die Reparatur bei Geräten von Apple, da diese einen besonders hohen Neupreis haben.

Da aber die Vorgängermodelle der aktuellen Top-Handys stark im Preis fallen, bekommt man das defekte Gerät mittlerweile schon zu einem wesentlich günstigeren Preis, als zum Zeitpunkt des Ersterwerbs. Nach dem Ärger über das kaputte Smartphone empfehlen wir daher zunächst eine Preisrecherche der aktuellen Neugeräte. Mit diesem Hintergrund kannst du dann ganz gelassen abwägen, ob du dir für einige Euro mehr ein neues Handy kaufen möchtest oder das alte flicken lässt. Die Preise aller aktuellen Smartphones in Geschäften in deiner Nähe und von Onlinehändlern findest du auf unserem Online-Marktplatz.

Lies auch: Alles zu Bluetooth-Lautsprechern und was du beim Kauf beachten musst!

 

Gut zu wissen: So funktioniert ein Touchscreen

 

Letzte Aktualsierung: 28.11.2016

Text: Mirko Berger | Titelbild: Canva | Verwendetes Beitragsbild: ifixit.com

Mirko

Mirko ist zwar kein Kind des Internets, fühlt sich aber in den Weiten des WWW wie zu Hause. Er betreut unter anderem das Locafox-Magazin und beschäftigt sich am liebsten mit den Themen Multi- und Social Media.

3 Gedanken zu “Kaputtes Smartphone-Display: Austauschen oder neues Handy kaufen?

  1. Kevin schreibt:

    Hey Locafox,
    vielen Dank für den hilfreichen Beitrag. Habe mich jetzt für ein neues Handy entschieden. Keep up the great work!

  2. Lex Lex schreibt:

    Interesting Post, Respect!
    Reparatur hätte sich bei meinem auch nicht mehr gelohnt und nein, der Lötkolben ist definitiv nichts für mich!^^

    Hab mir zu meinem neuen Galaxy dann noch diese Amazon „keep it reel“ Handysicherung dazugekauft. Wird jetzt also hoffentlich nicht mehr so schnell runterfallen. 😀

    Cheers

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