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Lass die Kinder spielen: Videospiele, die dein Kind fördern

Beim Thema „Videospiele für Kinder“ gehen die Meinungen traditionell weit auseinander. Die skeptische Fraktion findet das Spielen an der Konsole oder dem PC vor allem im Kindesalter zumindest fragwürdig und trauert der Zeit nach, in der das Spielen an der frischen Luft alternativlos war. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Medienpädagogen, die die Diskussion auf eine sachliche und zielführende Ebene bringen möchten. Keine Frage, es gibt Spiele, die für Kinder denkbar ungeeignet sind. Aber eben auch solche, bei denen die Kinder nicht berieselt werden, sondern eigene Ideen und Lösungen entwickeln müssen.


Natürlich kommt es wie bei fast allen Dingen auf die Dosis an. Forscher der Universität Oxford sehen eine Stunde Spielzeit pro Tag sogar als ideal an. Sie sagen: Kinder, die bis zu 60 Minuten am Tag mit Videospielen verbringen, sind kontaktfreudig, glücklich und seltener hyperaktiv. Zudem vermitteln Videospiele exakte Regeln, schulen die Sozialkompetenz und sind dabei viel interaktiver als starre Medien wie Filme oder Fernsehen. Wir haben uns auf dem Spielemarkt umgesehen und ausschließlich Titel ausgewählt, die bedenkenlos von Kindern gespielt werden können und pädagogische Effekte vereinen.

Let the kids Play: Folgende spiele können wir für Kinder empfehlen

Minecraft (Open-World-Game)

„Minecraft“ ist das meistverkaufte Videospiel aller Zeiten und gilt als Phänomen, da es sich mit kaum einem anderen Titel vergleichen lässt. Das Open-World-Prinzip, ohne vorkonstruierte Handlung und Spielverlauf, fördert die Eigeninitiative und setzt der Phantasie keinerlei Grenzen. 2009 erschienen, war es zunächst nur der PC-Community ein Begriff, in der es sich kontinuierlich entwickeln konnte. Das Spielprinzip ist so simpel wie genial: Der Spieler findet sich in einer aus quadratischen Blöcken dargestellten 3D-Welt wieder, in der er von Beginn an auf sich alleine gestellt ist. Es steht ihm völlig frei, wie er das Spiel angehen möchte. Er kann die (zufällig generierte) Welt erkunden und umgestalten, verschiedene Ressourcen sammeln und mit diesen eine erste Unterkunft errichten. Zudem muss er sich mit Tieren und wenig furchteinflößenden Monstern arrangieren. Auch ist es möglich, mit Freunden gemeinsam zu spielen und riesige Gebäude zu errichten, denn bei „Minecraft“ gibt es kein vorgegebenes Ende – der Weg ist das Ziel.

„Minecraft“ kommt mit vielen Elementen von klassischen Sandkastenspielen daher und erinnert manchmal ein bisschen an das  Spielen mit Bausteinen. In den vergangenen Jahren wurde das Game durch unzählige Varianten erweitert. Dabei ist es auch (medien)pädagogisch sehr spannend und wird sogar Lehrplan-konform im Unterricht eingesetzt.

Fördert: Kreativität, räumliches Denken und Pioniergeist
Altersempfehlung: ab 6 Jahre

So spielt sich „Minecraft“:


Die Sims 3 (Simulation)

Die Simulation „Die Sims“ ist das meistverkaufte PC-Spiel aller Zeiten (insgesamt 175 Millionen verkaufte Exemplare) und bietet ein weiteres außergewöhnliches Konzept mit einer einzigartigen Spielidee. Der Spieler übernimmt auch im dritten Teil der Spielereihe aus der Vogelperspektive die Kontrolle über eine Spielfigur (den sogenannten Sim) und soll sich fortan darum kümmern, dass dieser Sim ein schönes Zuhause hat, seiner Arbeit nachgeht und gesellschaftliche Kontakte pflegt. So kann im Laufe des Spiels eine Familie aufgebaut, Karrieren gestartet, umgezogen oder Häuser renoviert werden – ganz ähnlich wie im richtigen Leben.

Das Kind lernt bei den „Sims“ ganz grundlegende Dinge wie Verantwortungsbewusstsein, zwischenmenschlichen Umgang und das Meistern des Alltags mit all seinen Routinen, unvorhersehbaren Ereignissen und Überraschungen. Für „Die Sims“ ist aufgrund des weltweiten Erfolgs ein großes Angebot an Erweiterungen erschienen, mit denen ein langfristiger Spielspaß garantiert ist. Mit „Die Sims 4“ gibt es bereits einen Nachfolger, der allerdings eher etwas für Erwachsene ist.

Fördert: Verantwortungsbewusstsein und Alltagsmanagement
Altersempfehlung:
ab 12 Jahren

So spielt sich „Die Sims“:


Super Mario Galaxy 2 (Jump’n’Run)

Seit über 25 Jahren ist Mario in den Kinderzimmern dieser Welt in den unterschiedlichsten Rollen zuhause. Fast jedem Kind ist der lustige Klempner ein Begriff. In „Super Mario Galaxy 2“ stehen Geschicklichkeit und Rätselspaß im Vordergrund. Dabei versprüht das Gameplay und die fröhliche Hintergrundmusik gute Laune; die bunten und phantasiereich gestalteten Level werden nie langweilig und kommen wirklich niedlich daher. Kindgerecht ist auch, dass der Spieler keine Leben verliert: Erreicht die Energieanzeige den Boden, verliert man lediglich einen Versuch, das Level zu schaffen. Dazu begegnet man Gegnern, die nie gemein oder bösartig sind, sondern putzigen Drachenbabies, gefräßigen Pflanzen oder kessen Gumbas.

„Super Mario Galaxy 2“ vereint alle Dinge, die Kinder lieben: Es fördert die Phantasie, ist einfallsreich, lustig, bunt, knifflig, spannend und steckt voller niedlicher Ideen. Da das Spiel schon einige Jahre auf dem Buckel hat, ist es sehr günstig zu bekommen. Die Grafik mag nicht mehr auf dem neuesten Stand sein, was den Spielspaß aber keineswegs schmälert.

Fördert: Geschick und Phantasie
Altersempfehlung:
ab 6 Jahre

So spielt sich „Super Mario Galaxy 2“:


Mario Kart 8 (Rennspiel)

„Mario Kart“ ist nicht einfach nur irgendein Rennspiel, sondern das Rennspiel; es ist Kult. Die achte Auflage des Klassikers setzt erneut Maßstäbe in Sachen Spielspaß und verzaubert den Spieler mit extrem liebevoll gestalteten Strecken und niedlichen Fahrern. Dabei geht es rasant zur Sache, und es wird mit harten Bandagen gekämpft. So können die Gegner mit Bananenschalen oder Schildkrötenpanzern ausgebremst werden. Das Spiel sorgt für viel Abwechslung durch diverse Items, die unterwegs aufgesammelt werden können. Dabei bekommen die Fahrer auf den hinteren Plätzen stets wirkungsvollere Extras als die Führenden, wodurch das Feld dicht beisammenbleibt und das Rennen bis zum Schluss nicht an Spannung verliert. Selbst wenn man als „Schlusslicht“ in die letzte Runde geht, kann trotzdem noch gewonnen werden – das motiviert!

Die süße Grafik und die liebevolle Gestaltung einerseits und die kinderleichte, intuitive Steuerung andererseits machen dieses Spiel so empfehlenswert. Der Spielspaß hält lange an, weil auch gemeinsam mit mehreren Freunden gespielt werden kann. Wer den Sieg davon tragen möchte, braucht ein gutes Reaktionsvermögen und eine gesunde Portion Ehrgeiz.

Fördert: Reaktionsvermögen, Geschick und Ehrgeiz
Altersempfehlung:
ab 6 Jahre

So spielt sich „Mario Kart 8“:


Little Big Planet (JUMP’N’RUN)

Beim Jump’n’Run „Little Big Planet“ steuert man den gehäkelten Held Sackboy durch eine puppenspielartige Welt. Während des Abenteuers wird der Spieler mit neuen Klamotten und Stickern belohnt, mit denen er die Welt eigenständig umgestalten kann. Durch die liebevoll inszenierte Grafik sieht alles echt aus, und es macht Riesenspaß, das Spiel zu unterbrechen, und die Umgebung zu dekorieren. Zudem gilt es, knifflige Rätsel zu lösen.

„Little Big Planet“ versprüht einen ganz eigenen Charme und vereint Elemente wie schnelle Bewegungen, konzentriertes Knobeln, sehenswerte Special-Effects und unterschiedlichste Bewegungsarten in einer originell gestrickten Story. Das Spiel regt die Phantasie an, lässt das Kind kreativ werden und bringt es zum Nachdenken. Eine sehr gelungene Kombination von Spielelementen, die den Spieler in eine ganz spezielle Welt abtauchen lässt.

Fördert: Kreativität und Geschick
Altersempfehlung:
ab 7 Jahre

So spielt sich „Little Big Planet“:


Sim City (Simulation)

„Sim City“ ist ein wahrer Klassiker unter den Computerspielen. Der erste Teil erschien 1989, später folgten die Teile 2, 3, 4 und 5. Bei dieser Simulation dreht sich alles um den Aufbau einer Stadt nach eigenen Vorstellungen. Der Spieler genießt ein hohes Maß an Freiheit und kann sich nach Belieben austoben. Der Städtebau ist allerdings nur von Erfolg gekrönt, wenn alle infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen werden – die Stadt braucht Wasser, Strom, Industrie und Behörden. Es müssen Arbeitsplätze geschaffen und der Müll entsorgt werden. Natürlich dürfen auch Polizei und Feuerwehr nicht fehlen. Dies alles macht „Sim City“ sehr realitätsnah: Der Spieler muss kurz- und langfristige Planungsstrategien entwickeln, um die ineinander wirkenden Abhängigkeiten zu meistern. Nur dann winkt die MiIllionenstadt mit schicker Skyline.

Bei „Sim City“ muss das Kind die Wirkung seiner Handlungen erkennen und auf mögliche Missstände mit passenden Maßnahmen reagieren. Es gilt, Zusammenhänge zu begreifen und das wackelige Konstrukt einer komplexen Stadt zu managen. Das ist herausfordernd und lehrreich zugleich.

Fördert: Erkennen von Zusammenhängen und Abhängigkeiten, Verantwortungsbewusstsein
Altersempfehlung: ab 12 Jahre

So spielt sich „Sim City“:

 

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    System
    Minecraft
    Die Sims 3
    Super Mario Galaxy 2
    Mario Kart 8
    Little Big Planet 3
    Sim City
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Fazit

Mit den vorgestellten Spieletiteln hoffen wir, Eltern eine Hilfestellung bei der Auswahl des passenden Spiels für ihre Kinder zu geben und zu zeigen, dass das Spielen am Computer oder an der Konsole durchaus lehrreich sein kann. Die individuellen Stärken und Interessen des Kindes lassen sich so spielerisch fördern und ausbauen. Werden einfache Regeln wie das Ein-Stunden-Tageslimit beachtet, kann das Kind mit den ausgewählten Games bedenkenlos Spaß haben.

Es sei auch immer eine gute Idee, sich in den ersten Minuten eines neuen Spiels zum Kind dazuzusetzen, mitzuspielen und zu beobachten, sagt Roland Rosenstock, Medienpädagoge und Professor an der Universität Greifswald. Damit geht man wirklich sicher, dass das Kind das Spiel versteht und nicht bereits zu Beginn frustriert aufgibt. Gleichzeitig erfährt man, wieso das Spiel eine faszinierende Wirkung hat. Werden diese kleinen Voraussetzungen beachtet, steht dem Spaß nichts mehr im Wege.

Text: Mirko Berger | Verwendetes Beitragsbild: Canva | Im Text verwendete Bilder: Hersteller | Verwendete Videos: YouTube/GameTube, YouTube/Honeyball Games’n’Stuff, YouTube/GameStar, YouTube/Domtendo, YouTube/Zombey.

Mirko

Mirko ist zwar kein Kind des Internets, fühlt sich aber in den Weiten des WWW wie zu Hause. Er betreut unter anderem das Locafox-Magazin und beschäftigt sich am liebsten mit den Themen Multi- und Social Media.

2 Gedanken zu “Lass die Kinder spielen: Videospiele, die dein Kind fördern

  1. Pepper schreibt:

    Ich finde es besser, die Kinder mal rum experementieren zu lassen, wie viel sie spielen wollen. Wenn sie 1 Stunde spielen dürfen, werden sie es immer so machen dass sie genau 1 stunde spielen. Lässt man sie aber mal selber machen spiele sie vlt. mehrere Stunden, dafür an anderen tagen nur 20 minuten, ich finde es besser wenn sie sich da selber ausprobieren dürfen

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