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Interessante Google-Studie: Wie nutzen Kunden das Web für lokale Suchanfragen?

Jeden Tag sind Menschen auf der Suche nach Produkten in ihrer Nähe. Dafür nutzen sie auch oder vor allem das Internet. Suchmaschinenriese Google hat in einer US-Studie das lokale Suchverhalten von Internet-Nutzern untersucht. LocaFox hat die Studie übersetzt.

VVier von fünf Verbrauchern nutzen Suchmaschinen im Internet, um Informationen zu lokalen Geschäften und Produkten zu erhalten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Internetgiganten Google aus dem Mai 2014, in der das Verhaltensmuster von rund 5 000 Smartphone-, Tablet- und Computernutzern bei lokalen Suchanfragen analysiert wurde.

Dabei ging man den Kernfragen auf den Grund, welche Informationen Konsumenten online suchen, wenn sie eine lokale Suche durchführen, auf welchem Endgerät (Smartphone, Tablet oder Computer) sie das tun und wie sich diese auf die Entscheidungen und das Kaufverhalten auswirken.

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Die Ergebnisse sind beachtlich: Fast jeder Zweite sucht auf seinem Smartphone, dem Tablet oder dem Computer entweder nach der Adresse eines Geschäfts, den Öffnungszeiten, der Produktverfügbarkeit oder Wegbeschreibungen zu bestimmten Geschäften. Auch wer Inspiration braucht oder auf der Suche nach spezifischen Produktinformationen ist, zieht das Internet zu Rate: So recherchieren nach Google-Angaben 57 Prozent der Smartphone-User und rund 66 Prozent der Computer- und Tablet-Nutzer im Web nach Produkten und Infos, wenn sie in Shoppinglaune sind, zum Beispiel neue Schuhe kaufen möchten (M-Commerce). 53 Prozent zücken ihr Smartphone, wenn sie irgendwo im Vorbeigehen oder in der Werbung etwas gesehen haben, was ihnen gefällt, um sich darüber genauer zu informieren – stolze 83 Prozent nutzen dafür den Computer oder ihr Tablet. Verbraucher suchen außerdem während des Kaufprozesses nach lokalen Informationen: 43 Prozent der Kunden greifen so auch im Geschäft zum Handy, zum Beispiel um Preise zu vergleichen.

Wer lokal sucht, kauft häufig auch im Geschäft

Screenshot: google.com/think

Screenshot: google.com/think

Interessant ist aber besonders die Anzahl der Verbraucher, die im Anschluss an ihre lokale Suche im Netz binnen eines Tages ein stationäres Geschäft aufsuchte: 50 Prozent der Smartphone-User und 34 Prozent der Computer- bzw. Tablet-Nutzer gingen anschließend in einen Store in ihrer Nähe. Ein Hinweis darauf, wie wichtig es für stationäre Händler ist, auch mit mobilen Endgeräten gefunden werden zu können. Rund 18 Prozent der lokalen Smartphone-Suchen führten denn auch zu einem direkten Kauf am gleichen Tag – im Vergleich zu sieben Prozent bei nicht-lokalen Suchen. Internetrecherchen mit lokalen Absichten verleiten also deutlich eher zu Besuchen und Verkäufen im stationären Handel als Suchen ohne lokalen Bezug.

Screenshot: google.com/think

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Das belegen auch die Aussagen der Studienteilnehmer in Bezug auf den bevorzugten Shopping-Kanal: 30 Prozent der Verbraucher würden dann im Laden und nicht im Online-Shop einkaufen, wenn sie wüssten, dass sich in der Nähe ein Geschäft mit dem gewünschten Sortiment befindet, 31 Prozent, wenn in einem stationären Geschäft der Preis besser ist als online und 35 Prozent sehen in der sofortigen Produktverfügbarkeit einen Vorteil im stationären Handel.

Auch Google-Anzeigen haben Einfluss

Wenn es darum geht, wie Benutzer mit lokal-orientierten Pay-per-Click-Anzeigen interagieren, lässt sich ein eindeutiger Trend ablesen: Mehr als 60 Prozent der Befragten gaben an, die lokalen Informationen, die sie in einer Anzeige gefunden haben, genutzt zu haben. Hier sehen die Studienteilnehmer aber auch noch Luft nach oben: 70 Prozent der Computer- bzw. Tablet-Nutzer und 61 Prozent der Smartphone-User wünschen sich, dass die Anzeigen bei Google (Google AdWords) individueller sind und darin mehr auf die unmittelbare Umgebung eingegangen wird – sprich lokaler werden.

Das ist auch deshalb wichtig, weil standort-bezogene Anzeigen Kunden ebenso zu ungeplanten Shopping-Touren animieren können: So machten 19 Prozent der Studienteilnehmer spontane Besuche und Käufe in Geschäften in ihrer Umgebung.

Wirft man einen Blick darauf, wo Verbraucher lokale Suchanfragen starten, ergibt sich ein spannendes Bild: 51 Prozent der Smartphone-User suchen nach Informationen, wenn sie unterwegs sind, zum Beispiel im Bus, im Auto oder zu Fuß, 33 Prozent bei der Arbeit, ein weiteres Drittel im Restaurant, in der Bar oder im Café. Weitere 20 Prozent suchen am Flughafen. Weniger überraschend sind die Zahlen bei den Computer-Nutzern: Die Mehrheit (76 Prozent) informiert sich zu Hause; immerhin 24 Prozent betreiben am Arbeitsplatz Informationsrecherche.

Zusammengefasst aber heißt das: Verbraucher sind überall, auf jedem Gerät und an verschiedenen Stellen des Kaufprozesses auf der Suche nach lokalen Informationen, die sie bei ihrer Kaufentscheidung maßgeblich beeinflussen können. Wer lokal sucht, kauft häufig auch im stationären Geschäft.

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ROPO: Deutscher Handel im Umbruch

Was bedeutet das für den lokalen Handel in Deutschland? Stationärhändler sollten nicht nur online auffindbar sein, um die Kundschaft da abzuholen, wo sie nach Informationen sucht, sondern müssen in diesem Zuge auch zu einem „Local Player“ werden, indem sie sich auf die Zielgruppe in ihrem Einzugsgebiet konzentrieren – mit lokalen Informationen wie Produktverfügbarkeiten und Angeboten, Wegbeschreibungen, Ortsangaben und Öffnungszeiten. Diese Eigenschaften bilden ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem sich der stationäre Handel vom reinen E-Commerce deutlich abhebt. Mobile Endgeräte wie Tablets und Smartphones spielen bei der Informationsbeschaffung eine immer größere Rolle und müssen daher ins Gesamtkonzept ebenfalls eingebunden werden.

Mehr über die Zukunft des Handels im spannenden Experten-Interview mit Unternehmensberater Wolfgang Lux.

 

Die wichtigsten Fakten der Google-Studie auf einen Blick:

  • Vier von fünf Verbrauchern nutzen Suchmaschinen, um lokale Informationen zu finden.

  • Sie suchen auf Smartphones (88%), Tablets und Computern (84%) nach Geschäfts-Standorten, Öffnungszeiten, Produktverfügbarkeit und Wegbeschreibungen.

  • Lokale Suchanfragen führen zu mehr Käufen als nicht-lokale Suchen.

  • 50% der Verbraucher, die eine lokale Suche auf dem Smartphone durchgeführt haben, und 34%, die auf dem Computer bzw. Tablet gesucht haben, suchen ein stationäres Geschäft innerhalb eines Tages auf.

  • 18% der lokalen Suchen auf einem Smartphone führen zu einem Kauf innerhalb eines Tages (gegenüber 7% bei nicht-lokaler Suche).

  • Verbraucher werden bei ihrer Kaufentscheidung von lokalen Suchergebnissen beeinflusst:  30% ziehen ein lokales Geschäft einem Online-Shop vor, wenn der Laden in der Nähe ist; 31% kaufen lokal ein, wenn in einem stationären Geschäft der Preis besser ist als online und 35% bevorzugen den stationären Handel, wenn das Produkt sofort verfügbar ist.

  • Verbraucher wählen Geschäfte in ihrer näheren Umgebung: 66% der Verbraucher, die lokale Informationen auf dem Computer / Tablet gesucht haben, und 72% der Smartphone-User besuchen ein Geschäft im Umkreis von fünf Meilen.

  • Mehr als 60% der Verbraucher haben auf Standortinformationen in der Werbung zurückgegriffen.

  • Sie finden es wichtig, die Kontaktdaten wie Laden-Adresse und Telefonnummer schon in der Werbung angezeigt zu bekommen.

 

 

Text: Thilo Grösch | Verwendete Grafiken im Text sowie verwendetes Beitragsbild: Screenshots der Google-Studie „Understanding Consumers’ Local Search Behavior„, (c) google.com/think; Locafox

Thilo Grösch

PR-Manager bei LocaFox
Thilo Grösch ist PR-Manager und Pressesprecher bei LocaFox in Berlin. Der 31-jährige Wahl-Berliner und ehemalige Journalist betreut das LocaFox-Handelsblog und schreibt über den digitalen Wandel im Stationärhandel, Local Commerce, Mobile Commerce und Shopping. Zudem betreut er "LocaFox-News" und schreibt dort über News aus dem Unternehmen.
E-Mail: thilo.groesch[at]locafox.de

2 Gedanken zu “Interessante Google-Studie: Wie nutzen Kunden das Web für lokale Suchanfragen?

    • Thilo Grösch schreibt:

      Liebe Sunny,

      Mathe alleine reicht leider nicht – richtig lesen sollte man auch können.;) Das „jeder Zweite“ bezieht sich natürlich nicht auf die „vier von fünf“, was sich aber auch zeigt, wenn man den Text über den ersten Absatz hinaus liest. Wie die meisten Studien, besteht auch diese aus mehreren Zahlen, nicht nur aus einer.

      Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen!

      Viele Grüße!

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