Local Commerce: Stationärer Einzelhandel 2.0 (Teil I)

Der Online-Handel geht durch die Decke. Mehr als 40 Millionen Menschen alleine in Deutschland nutzen heutzutage das Internet, um Produkte zu suchen und zu kaufen. Das entspricht etwa 74 Prozent der Internetnutzer ab zehn Jahren, die einen Umsatz von etwa 30 Milliarden Euro für den Online-Handel erwirtschaften, Tendenz steigend.

iIst der stationäre Handel tot?

Da fragt man sich: Was ist bloß aus dem traditionellen, stationären Einzelhandel geworden, wo wir bis vor ein paar Jahren ausschließlich eingekauft haben? Es scheint, als würde der Online-Handel den stationären Handel förmlich überrollen, sodass (vor allem von E-Commerce-Vertretern) viele Nachrufe in den Medien erscheinen, die den Tod des stationären Einzelhandels prognostizieren:

„Die absolut professionellen Offline-Händler werden überleben, aber 80 Prozent werden es nicht schaffen“, prophezeite der erfolgreiche Internet-Unternehmer Oliver Samwer (Rocket Internet) Anfang 2013 – und ist damit nicht der Einzige, der keine rosigen Zeiten für den lokalen Einzelhandel voraussagt. Seine Aussage begründet er darin, dass der stationäre Handel in Zeiten des Online-Handels weitestgehend nicht mehr zeitgemäß sei.

Dabei schätzen viele Kunden die Vorteile des stationären Einzelhandels: Die sofortige Produktverfügbarkeit, die persönliche Beratung vor Ort und das Testen und Ausprobieren eines Produkts sind für sie gute Gründe, um stationär einzukaufen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Bereich Mode. Hier wird immer noch zu 85 Prozent im Geschäft eingekauft.

Online nutzen, um stationär einzukaufen

Was spricht also dagegen, stationär einzukaufen? Wer hätte es gedacht: der Online-Handel. Im Internet findet der Nutzer alle Informationen, die er benötigt und muss dafür noch nicht einmal einen Fuß vor die Tür setzen. Der gesamte Weihnachts-Einkauf mit nur ein paar Klicks. Eine neue Handtasche: Gesucht. Gefunden. Kein Laufen durch etliche Geschäfte. Kein Stress. Sogar beim Offline-Kaufen spielt das Internet eine immer wichtigere Rolle. 38 Prozent der Menschen informieren sich laut einer aktuellen Google-Studie (2011) online über ein Produkt, bevor sie es in einem Geschäft in ihrer Nähe kaufen (bekannt als ROPO: Reasearch Online, Purchase Offline).

Der stationäre Handel muss sich also schnell weiter entwickeln und neue Konzepte und Ideen entwickeln, um dem modernen Kunden gerecht zu werden und nicht vom Online-Handel überrollt zu werden. Der stationäre Handel wird nie komplett aussterben, sagen Experten, aber er muss künftig auf verschiedene Verkaufskanäle, wie Computer und Smartphones, setzen, um weiterhin erfolgreich zu sein. Gesucht wird also ein „stationärer Einzelhandel 2.0”.

Wer also schon vor dem Besuch im Laden mit Kunden über das Internet kommuniziert, kann zur bestehenden Laufkundschaft weitere Zielgruppen erreichen.
Nächste Woche erfahren Sie mehr darüber, was Local Commerce ist und wie dieses Konzept dabei hilft, den stationären Einzelhandel zu revolutionieren.

 

 

Text: Sarah Wirth | Verwendetes Beitragsbild: Canva

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