Shoppengehen

Forsa-Studie: Verbraucher schätzen Offline-Shopping

Eine deutliche Mehrheit der deutschen Konsumenten favorisiert weiterhin das stationäre Ladengeschäft für den Kauf der wichtigsten Produktgruppen wie Lebensmittel, Kleidung, Schuhe, Unterhaltungselektronik, Drogerieartikel, Möbel und Bücher. Das geht aus einer neuen Forsa-Umfrage hervor, die vom ZIA (Zentraler Immobilien-Ausschuss) in Auftrag gegeben wurde.

 

Untersucht wurde darin, worauf Konsumenten beim Shoppen Wert legen, ob sie ihre Käufe online oder offline tätigen und in welcher Altergruppe welche Form des Shoppings besonders ausgeprägt ist.

Kunden halten stationärem Einzelhandel die Treue

Die Deutschen nutzen das Internet inzwischen ganz selbstverständlich zum Shoppen: Die Mehrheit der Deutschen (71 Prozent) hat laut Forsa-Umfrage im vergangenen Jahr ein- oder mehrmals im Internet bestellt. Ein besonders beliebter E-Commerce-Kandidat: das Buch. 42 Prozent aller befragten 30- bis 44-Jährigen gaben an, Bücher bevorzugt im Internet zu bestellen; bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 36 Prozent.

Doch Verbraucher schätzen auch noch den klassischen Einkauf im Geschäft. So ist für 95 Prozent der befragten Konsumenten die Möglichkeit, Produkte testen und begutachten zu können, ein ausschlaggebendes Argument für den Kauf im Ladengeschäft. 83 Prozent, vor allem die Zielgruppe der über 45-Jährigen, schätzt zudem die persönliche Beratung im Geschäft. Die älteren Bevölkerungsteile nutzen das Internet generell seltener für ihren Einkauf (46 Prozent aller über 60-Jährigen) und shoppen häufiger offline.

Zeitersparnis als Kernaspekt für Online-Käufe

Zudem sind ältere Einkäufer seltener bereit, Extragebühren für die Lieferung innerhalb eines Tages (Same-Day-Delivery) zu zahlen. Während 34 Prozent aller befragten 18- bis 29-Jährigen einen Aufschlag zahlen würden, sind es in der Altersklasse 60+ nur noch zwölf Prozent. Insgesamt stehen 21 Prozent aller Befragten möglichen Extragebühren für die Lieferung am selben Tag offen gegenüber. Davon würde wiederum die Mehrheit bis zu fünf Prozent des Bestellwertes ausgeben (71 Prozent der Befragten, die Extragebühren zahlen würden).

Same-Day-Delivery gewinnt zunehmend an Bedeutung. 40 Prozent der deutschen Online-Kunden haben nach Angaben des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (bevh) bereits aktiv die taggleiche Lieferung nachgefragt. Angetrieben von Amazons Expressservice Prime Now, gibt es immer mehr stationäre und E-Commerce-Händler, die ihren Kunden diesen Zusatzservice bieten. Auch weite Teile des Modehandels denken offenbar über die Einführung von Same-Day-Delivery nach und starten erste Tests. Auf dem Online-Marktplatz von LocaFox können Kunden in Berlin für rund 160 000 Produkte aus rund 300 Geschäften innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings die taggleiche Lieferung wählen.

„Online-Shopping spricht insbesondere Konsumenten an, die nicht so viel Zeit für Shopping aufwenden möchten, weil andere Sachen wie die junge Familie oder auch der Beruf im Fokus stehen. Das Einkaufserlebnis wird dann häufig rationaler betrachtet und weicht anderen Aspekten der Zeiteinteilung“, erläutert Iris Schöberl, Ausschussvorsitzende des ZIA-Ausschusses Handel und Kommunales. Für sie verdeutlichen die Ergebnisse der Forsa-Umfrage zum Handel jedoch auch den Charakter des stationären Einzelhandels „als Rückgrat der Städte“. Er bilde „das wichtigste Fundament für die Versorgung der Menschen“ und sei „unersetzlich für die Lebendigkeit unserer Städte“.

Wo der stationäre Handel punkten kann

Der Frage, welche Stärken und Schwächen Konsumenten dem Online- bzw. dem Offline-Handel zuschreiben, ist die Unternehmensbreatung ServiceRating in einer im Juli 2016 veröffentlichten Umfrage nachgegangen. Aus dem Vergleich geht hervor, dass der Online-Handel primär über das Produkt und der stationäre Handel durch Service die Kunden binden kann. Demnach schätzen Kunden in Deutschland am stationären Handel besonders die Beratung (64 Prozent), das Einkaufserlebnis (53 Prozent), den einfachen Prozess des Produktumtauschs (49 Prozent), die schnelle Warenverfügbarkeit (48 Prozent) sowie einen besseren Service als im Online-Handel (42 Prozent). Der Online-Handel punktet dagegen vor allem mit einem breiten Sortiment (70 Prozent), mehr Produktinformationen (50 Prozent) und der leichteren Erreichbarkeit (59 Prozent). Bei der Produktqualität können 68 Prozent der Kunden keinen Unterschied zu den Produkten im stationären Handel feststellen.

„Die stationären Händler sind es, die physisch nah beim Kunden sind. Sie sollten es auch in den Köpfen Ihrer Kunden sein“, meint Kai Riedel, Geschäftsführer bei ServiceRating. „Gelingt es dem stationären Handel, den Kunden und dessen Einkaufverhalten kennenzulernen, so kann er ihn besser beraten und mehr verkaufen. Stationäre Händler sollten prüfen, ob sie nicht auch Produkte empfehlen und Artikel liefern können“, so Riedel weiter.

Für Klaus Striebich, Vorsitzender des Vorstandes des ZIA-Mitgliedsverbandes German Council of Shopping Centers (GCSC), muss auch die fortschreitende Digitalisierung berücksichtigt werden: „Der stationäre Einzelhandel darf die neuen Möglichkeiten nicht ablehnen. Durch die Digitalisierung ergeben sich neue Wege, um Konsumenten besser zu bedienen.“ Der aktuelle Trend sei dabei das sogenannte Omni-Channeling, wodurch der Kunde kanalübergreifend angesprochen wird und einkaufen kann. „Der Stationärhandel braucht ein hohes Maß an Freiheit, um flexibel auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren. Selten haben sich die Bedürfnisse von Käufern so schnell geändert wie heute.“

 

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Text: Thilo Grösch | Verwendetes Beitragsbild: Canva

Thilo Grösch

PR-Manager bei LocaFox
Thilo Grösch ist PR-Manager und Pressesprecher bei LocaFox in Berlin. Der 31-jährige Wahl-Berliner und ehemalige Journalist betreut das LocaFox-Handelsblog und schreibt über den digitalen Wandel im Stationärhandel, Local Commerce, Mobile Commerce und Shopping. Zudem betreut er "LocaFox-News" und schreibt dort über News aus dem Unternehmen.
E-Mail: thilo.groesch[at]locafox.de

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